FEU1200

Richtig alt

Zu den ältestesten Gegenständen, die vielleicht sogar fast bis in die Zeit der Klostergründung zurückreichen, zählt auch eine Steinplatte, die wahrscheinlich einst Teil eines Altars in der Stiftskirche war. Faszinierend: Der älteste greifbare Gegenstand aus der Klosterzeit enthält mit seinen Bögen nahezu die gleichen Formen, wie wir sie im modernen Logo der Stadt Feuchtwangen wiederfinden. Ein schöner Zufall, der im wahrsten Sinne des Wortes Bogen von der Vergangenheit  in die Gegenwart spannt.

Die Altarstipesplatte

Unscheinbar im Westflügel des Kreuzganges stand bis vor kurzem, auf einem inzwischen bröckelnden Sockel und nur mit zwei rostigen Haken gesichert, eine unscheinbare Steintafel. Historiker sehen in ihr eine seltene Frontplatte eines Kirchenaltars und bezeichnen sie daher fachmännisch als "Altarstipes". Schon im Feuchtwangen-Band der Bayerischen Kunstdenkmale von 1964 wird angenommen, dass die Platte wahrscheinlich aus dem 9. bis 11. Jahrhundert stammt. Und damit eindeutig zu den ältesten Zeugnissen des frühen Klosters gehört. Im Rahmen der Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr zeichnet sich schnell ab, was für ein Schatz dort fast ungeschützt im Kreuzgang steht. Der Arbeitskreis "1.200 Jahre Feuchtwangen" handelte in Kooperation mit der Evangelischen Kirche und dem Fränkischen Museum. Die Tafel wurde gesichert und wird zu Beginn des Jubiläumsjahres wieder in der Stiftskirche ausgtellt. Im weiteren Jahreslauf wird sie Teil der Ausstellung "Feuchtwangen in 100 Objekten" und lädt dazu ein, sich den Zufall der nahezu gleichen Gestaltungsform der Bögen auf einem der ältesten Gegenstände der Stadt und dem modernen Auftritt Feuchtwangens näher anzusehen.

Wissenschaftlich korrekt

In der Dokumentation der Altarstipesplatte im Feuchtwangen-Band der der Bayerischen Kunstdenkmale heißt es: "Vermutliche Altarstipesplatte. Wahrscheinlich aus dem 9.-11 Jh. 1914 bei Ausschachtarbeiten im Chor der Stiftskirche gefunden; im Westflügel des Kreuzganges aufgestellt. - In eine an drei Seiten umlaufende, fein gestufte Rahmung ist in flachem Relief eine aus drei Bogen bestehende Arkade mit viereckigen Kämpfern und Zwickeltondi eingestellt. Durch die Arkadenöffnungen sieht man achsial eine rundbogige Rahmung, seitlich je ein Stück einer Arkatur mit zwei Bogenöffnungen. Sandstein."

  • Die Altarstipesplatte an ihrem alten Standort im Kreuzgang.

  • Ähnliche Bögen, wie wir sie auch im aktuellen Logo der Stadt Feuchtwangen finden.

  • Die Altarstipesplatte in der Dokumentation des Feuchtwangen-Bandes der Bayerischen Kunstdenkmale.

Vor 1.200 Jahren wurde das Benediktinerkloster zum ersten Mal in einem historischen Dokument, der „Notitia de servitio monasteriorum“, im Jahr 819 erwähnt. Das Kloster gehört dabei zu vier Klöstern „in Allamannia“, die Abgaben als Unterstützung für Kaiser Ludwig den Frommen erbrachten. Diese Ersterwähnung ist der Feiergrund für unser Jubiläum „1.200 Jahre Feuchtwangen“.


Stadt Feuchtwangen, Kirchplatz 2, 91555 Feuchtwangen
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