FEU1200

Carneval

Feiern, wie die Feste fallen

Ja, nicht Fasching in Feuchtwangen, sondern Carneval. Im Jahre 1897 haben die "Vereinigten Vereine gegen die Überhandnahme der Carnevals-Vergnügungen" ein umfangreiches Programm für die närrischen Tage präsentiert. Der Maskenzug, der sich in der Bahnhofstraße aufstellte, umfasste 23 unterschiedliche Gruppen. Für den wohl nicht unwahrscheinlichen Fall, dass die "Narrenfolge" durcheinander geraten könnte, wurde ausdrücklich und mit Nachdruck darauf hingweisesen, dass, falls die "die Reihenfolge des Zuges durch die arithmetische Schraube verschoben werden [sollte], so sind die einzelnen Gruppen an den Aufschriften im Zuge selbst ersichtlich". Leider sind keine Fotoaufnahmen überliefert. Doch muss der Narrenzug wild und bunt gewesen sein, wenn "Modernisierter Tanz der "Feucht-Carne-Val-Wangen'schen Schäfflerzunft", der "Obst- Gemüse- und anderer Siedfrüchtenmarkt in Naßwangen" oder  die "alte Jungfernkapelle aus dem Mittelalter" sich präsentierten. In der Narrenzeitung, der "Schnitzelbank zum Carneval in Feuchtwangen" standen die neuesten Nachrichten. Unter "Einverleibung" fand sich dabei folgender Beitrag: "Es verlautet, dass demnächst einige kleinere Ortschaften der Umgebung mit Feuchtwangen einverleibt werden sollen: Ansbach, Dinkelsbühl, Cund Crailsheim. So wächst unsere Stadt wieder um einige Hundert Einwohner."

  • Carnveval in Feuchtwangen 1897. (Repro: Stadt Feuchtwangen)

  • "Die Schnitzelbank". Humoristisches zum Carneval 1897. (Repro: Stadt Feuchtwangen)

  • Humoristische Kleinanzeigen in der "Schnitzelbank" von 1897. (Repro: Stadt Feuchtwangen)

Carnevals-Generalmarsch

Horch, die Schellen klingen, kichern,
Marsch! gehorcht dem Feldmarschall!
In fidelen Narrenreihen
Rasch noch hinterher einmal:
Mägdlein mit den Schelmenaugen,
Griesgram mit dem Stachelherz,
Schwiegermutter zwiebelbitter,
Schießverein voll Ulk und Scherz,
Ernster Mann der Wissenschaften
Hausherr, steigerungsentzückt;
Schmachtlapp; süßholzraspeld immer,
Kaffeeratschen, die stets strickt.
Musterhaftes Ehemännchen,
Alter Hagestolzer Du,
Arzt mit tausend Diagnosen,
Frauenbund nur immer zu.
Kegelbruder zugbegabter,
Nimrod ohne Ruh und Rast,
Bienenkönig honigleckend,
Bankier, der Du Vieles hast.
Metzger mit den Zuwaagbeinen,
Bäcker mit dem Mikroskop,
Süßrahmbutterfabrikante,
Bierpantschmeister alooh hopp!
Turner mit den Bachstelzwaden,
"Ängstlich" mit dem Schnupfenschlips
Pfuscher mit den Pillenschachteln
Kartenschlägerin auch Du,
Stadtherr mit der weisen Stirne
Alle, Alle kommt herzu!
Und es singet, blaset, spielet
Sängerhort- und Mißakkord
Spritzen, Sauger, Schläuche füllet
Wehr der Feuer sie kommt dort!
Hüpft in tollem Sprung im Zuge,
Tanzt fein ehrbar hinterdrein!
Denn noch einmal muss ein Jeder
Jetzt ein Bischen närrisch sein!

Quelle: Rückseite eines Flugblattes zur Bekanntmachtung des Carnevals Feuchtwangen, o. J.

Vor 1.200 Jahren wurde das Benediktinerkloster zum ersten Mal in einem historischen Dokument, der „Notitia de servitio monasteriorum“, im Jahr 819 erwähnt. Das Kloster gehört dabei zu vier Klöstern „in Allamannia“, die Abgaben als Unterstützung für Kaiser Ludwig den Frommen erbrachten. Diese Ersterwähnung ist der Feiergrund für unser Jubiläum „1.200 Jahre Feuchtwangen“.


Stadt Feuchtwangen, Kirchplatz 2, 91555 Feuchtwangen
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