FEU1200

Heimweh

Sehnsucht nach Feuchtwangen

Die Seit 1896 gab es einen Verein, der sich „Privatgesellschaft Feuchtwanger“ nannte, der aber bei weiteren Recherchen unerwartet nicht in der Kreuzgangstadt, sondern im heute nahen, damals jedoch gefühlt sehr fernen Nürnberg beheimatet war. In ihm sammelten sich Feuchtwangerinnen und Feuchtwanger, die mit großer Wehmut in die Frankenmetropole gezogen waren. Die ehemaligen Kreuzgangstadtbewohner trafen sich regelmäßig in der Nürnberger Lokalität „Wartburg“ „um alle in Nürnberg wohnenden Feuchtwanger zu vereinigen, heimatliche Sitten und Gebräuche zu pflegen, sowie durch regelmäßige Zusammenkünfte Liebe und Anhänglichkeit“ zur Kreuzgangstadt zu pflegen. Großangelegte Pfingstausflüge nach Feuchtwangen gehörten ebenso zum Vereinsprogramm, wie ein ausgesprochener Hang zur dichterischen Verarbeitung der Sehnsucht und des Heimwehs. Und auch in München gab es seit Anfang der 1930er Jahre einen Verein, in dem sich die gebürtigen Feuchtwangerinnen und Feuchtwanger der Landeshauptstadt organisierten. Im Jahr 1932 besuchten an Pfingsten gleich beide Verbände die Kreuzgangstadt. Während der Münchner Verein an Weihnachten 1947 aufgelöst wurde, reichen die Spuren des Nürnberger Vereins bis in das Jahr 1979.  
Die wenigen Fragmente der Vereinsarbeit, die die Zeiten überdauert haben, sind eindrucksvolle Zeugnisse des Stolzes und der Verbundenheit zur Kreuzgangstadt. Im Rahmen der Ausstellung des Fränkischen Museums zum Jubiläumsjahr wird daher auch der Vereinskrug der Münchner „Zweigstelle“ gezeigt, den die Nürnberger Mitglieder mit der Inschrift „Drei geeint, Treu vereint“ ihrem Patenverein im Juni 1930 geschenkt haben.

  • Originalbildunterschrift: "Priv. Ges. Feuchtwangen Nürnberg" o.J. (Repro: Stadt Feuchtwangen)

  • Originalbildunterschrift: "25-jähriges Stiftungsfest - Pfingsten 1921 - in Feuchtwangen" (Repro: Stadt Feuchtwangen)

  • Die Heimatfahrt der Feuchtwanger aus München im Jahr 1932. (Repro: Stadt Feuchtwangen)

Hoch unsere Heimat

(nach der Melodie: Strömt herbei ihr Völkerscharen)

An dem schönen Sulzachstrande
Liegt ein Städtchen wohlbekannt
In dem schönen Bayernlande
Wird‘s Feuchtwangen stolz genannt
Dieses Städtchen uns‘re Heimat
Uns‘re Wonne Lust und Freud
Drum geloben wir auf‘s Neue
Es zu lieben jeder Zeit.

Viele schöne frohe Stunden
Erlebten wir so manches Mal
In den Mauern uns‘rer Heimat
Bei dem schäumenden Pokal
Bei frohem Klang und Gläserklingen
Der Morgens Früh und Abends spät
Doch die Zeit ist nun verschwunden
Glück und Freuden sind verweht.

Manche Tränen sind geflossen
Als man von der Heimat schied
Wie das Schicksal es beschlossen
Und von fern ertönt das Lied
„Teure Heimat meine Lieben
Lebewohl zum Letztenmal
Lebet wohl ihr Berg und Täler
Lebet wohl viel tausend mal“

Viele zogen in die Ferne
Dort zu suchen neues Glück
Gedachten Ihrer Heimat gerne
Sehnten oftmals sich zurück
In der alten Noris fanden
Bald manche sich im Verein
In der Wartburg bei Bekannten
Stellen sich „Feuchtwanger“ ein

In Ehren halten sie das Zeichen
Eine Ficht auf weißem Grund
Frohe Heimatlieder steigen
Dort empor aus manchem Mund
Und man fühlt sich wie zu Hause
Denkt man ist im Heimatland
Die Gesellschaft in der Klause
Wird „Feuchtwanger“ stolz genannt

Lenkt ein Landsmann seine Schritte
Einst dem alten Nürnberg zu
Kehr er ein in uns‘re Mitte
In der Wartburg voller Ruh
Hier sind seine Landsleut alle
Und auch viele Freunde noch
Doch nun rings der Ruf erschalle
„Hoch Feuchtwangen dreimal Hoch!“

Vor 1.200 Jahren wurde das Benediktinerkloster zum ersten Mal in einem historischen Dokument, der „Notitia de servitio monasteriorum“, im Jahr 819 erwähnt. Das Kloster gehört dabei zu vier Klöstern „in Allamannia“, die Abgaben als Unterstützung für Kaiser Ludwig den Frommen erbrachten. Diese Ersterwähnung ist der Feiergrund für unser Jubiläum „1.200 Jahre Feuchtwangen“.


Stadt Feuchtwangen, Kirchplatz 2, 91555 Feuchtwangen
Kontakt   Facebook   Impressum   Datenschutzerklärung