FEU1200

Heimatsehnen

Sehnsuchtsgedicht

In der ersten Ausgabe des Jubiläumsmagazins "FEU1200" erschien der Artikel „Heimweh nach Feuchtwangen“, in dem auch die Hymne der „Nürnberger Feuchtwanger“ abgedruckt wurde. Wie weitere Zusendungen im Rahmen der Aktion „Feuchtwangen sucht ... und findet“ zeigen, war die Sehnsucht zu der Heimatstadt an der Sulzach äußerst ausgeprägt. Wen wundert es, wenn selbst ein Johann Georg von Soldner auf eine Anstellung an der Moskauer Universitätssternwarte verzichtete, um in der Heimat bleiben zu können. Eine Besonderheit sind die zahlreichen Gedichte, mit dem die Gefühle, aber auch die Sorgen und Nöte in Worte gefasst wurden. Ein Gedicht von Wilhelm Burkhard, das vor 1930, vielleicht sogar direkt in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg entstand, möchten wir an dieser Stelle noch nachreichen:

Heimatsehnen


Du stille Königshöh‘ am Hange,
Du traute Heimatstadt im Tal,
Wie war nach Euch mir heimwehbange,
Nun grüß‘ Euch Gott viel tausendmal!
Nehmt wieder auf in Euren Frieden
Den müden kampfessiechen Mann,
Dass er vom Lärm des Tag‘s geschieden
Genese in der Stille dann!
Was macht den Sinn so still und linde?
Des Morgenhimmels klares Blau,
das leise Wipfelwehen im Winde,
Der Frühe Perlen klarer Tau.
Und wenn am Abend glüh‘n die Hügel
Vom letzten warmen Sonnenkuss,
Da regen sich der Seele Flügel
Da kommts zu mir wie Gottes Gruß.
Manch andern lockt in weite Ferne
Der Alpen Schnee, das blaue Meer,
Wohl mancher sucht des Südens Sterne
Mit seinen Tempeln hoch und hehr.
Ich will dem Odem Gottes lauschen
In meiner Heimat stillem Ried.
Viel schöner als des Meeres Brausen
Deucht mir der Sulzach Wellen Lied.
Nichts ist so stark und zaubermächtig
Als meiner Heimat Wunderkraft
Sie heilt und klärt, was trüb und nächtig,
Sie löset alle harte Last.
Der bange Druck will mählig schwinden,
Was niederlag, hebt sich empor
Die Seele will sich wieder finden
Die draußen sich oft selbst verlor.
Du meiner Heimat stiller Schatten
Lass frisch mich werden und gesund!
Lass ruhen mich auf Deinen Matten
In Deiner Stille kühlem Grund!
Gib Kraft und Mut und neue Stärke,
Mach frisch das Auge, fest die Hand
Gib neuen Mut zum neuen Werke
Für Dich, mein liebes Heimatland.

Vor 1.200 Jahren wurde das Benediktinerkloster zum ersten Mal in einem historischen Dokument, der „Notitia de servitio monasteriorum“, im Jahr 819 erwähnt. Das Kloster gehört dabei zu vier Klöstern „in Allamannia“, die Abgaben als Unterstützung für Kaiser Ludwig den Frommen erbrachten. Diese Ersterwähnung ist der Feiergrund für unser Jubiläum „1.200 Jahre Feuchtwangen“.


Stadt Feuchtwangen, Kirchplatz 2, 91555 Feuchtwangen
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