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Botaniker

Botaniker, die in Feuchtwangen geboren wurden oder hier für einige Zeit lebten, gaben der damals noch neuen Wissenschaft wichtige Impulse und förderten die Errichtung und Pflege von botanischen Gärten. In der dritten Ausgabe des Jubiläumsmagazins für die Monate Mai und Juni wurden zwei von ihnen vorgestellt: Andreas von Gundelsheimer und Georg Christian Oeder.

„Irgendwas mit Pflanzen“ – Vier Botaniker aus Feuchtwangen

„Irgendwas mit Medien“, so lautet eine Überspitzung der Antworten, wenn junge Menschen nach ihrem Berufswunsch gefragt werden. In Feuchtwangen scheint in der Vergangenheit wohl oftmals „irgendwas mit Pflanzen“ die Berufsvorstellungen beschrieben zu haben, denn gleich vier herausragende Persönlichkeiten, die entweder in Feuchtwangen geboren wurden oder hier aufgewachsen sind, wurden Botaniker von Rang und Namen. Im Jubiläumsjahr werden wir noch einiges über sie erfahren. Kurz vorstellen möchten wir Ihnen schon jetzt zwei von ihnen.

Der in Feuchtwangen geborene Andreas von Gundelsheimer (1668 – 1715) war Botaniker, Arzt und Forschungsreisender. In den Diensten des französischen Königs Ludwig XIV., den wir heute noch als den „Sonnenkönig“ kennen, und als Leibarzt der preußischen Könige Friedrich I. und Friedrich Wilhelm I., hat sich Gundelsheimer einen Namen gemacht. Von 1700 bis 1702 begleitete er eine französische Forschungsreise nach Kleinasien und sammelte dort Pflanzen, die später zur Hälfte im Berliner und zur Hälfte im Münchner Herbarium landeten. Als er sich 1703 in Berlin niederließ, verarztete er gleich mehrere preußische Könige und trieb Friedrich I. laut Überlieferung sogar Tränen in die Augen, als er dem König die frohe Botschaft überbrachte, dass „Friedrich der Große“ oder „der Alte Fritz“, wie er selbstverständlich erst später genannt wurde, am
24. Januar 1712 mit seinem ärztlichen Beistand zur Welt kam. Nicht auszudenken, wie sich die Geschichte verändert hätte, wenn der Feuchtwanger bei der Geburt Fehler gemacht hätte.

Georg Christian Oeder (1728 – 1791), Sohn des Feuchtwanger Pfarrers Ludwig Oeder, wurde schon mit 23 Jahren dazu berufen, in den dänischen Staatsdienst zu treten. Oeder, der eine moderne Auffassung der Naturwissenschaften vertrat, hatte so seine Probleme mit der rückständigen Denkweise seiner Zeitgenossen.
Ab 1752 leitete er den Botanischen Garten in Kopenhagen und begann, einen Gesamtatlas aller Pflanzen Dänemarks, Norwegens und Islands herauszugeben. Oeder eckte oft an: Neben der Botanik begann er volkswirtschaftliche Themen zu analysieren. Mit seinem Werk „Bedenken über die Frage: Wie dem Bauernstande Freyheit und Eigenthum in den Ländern, wo ihm beydes fehlet, verschaffet werden könne?“ war er ein Vorreiter der Bauernbefreiung. Als ein Vertreter der Aufklärung geriet Oeder zwischen die Fronten und landete in Oldenburg. Selbst dort beschäftigte er sich noch mit Wegweisendem: Volkszählung, Schutzimpfung, Witwenversorgung. Und so war Oeder auch Impulsgeber für die Gründung des Vorgängers der heutigen Landessparkasse zu Oldenburg, die immerhin als älteste noch bestehende Sparkasse der Welt gilt. (Die erste Chefin einer Sparkasse war übrigens auch eine Feuchtwangerin. Davon aber in einer der nächsten Jubiläumsmagazin-Ausgaben mehr.). Auf seinem Grabstein steht: „Daniens Blumen und Kräuter sammelt’ und flocht er zum dauernden Kranz. Sichre Pflege danken die Wittwen ihm. Ihn segnet der dänische Landmann, welchem sein kühner Ruf erster Bote der Freiheit ward“.

Vor 1.200 Jahren wurde das Benediktinerkloster zum ersten Mal in einem historischen Dokument, der „Notitia de servitio monasteriorum“, im Jahr 819 erwähnt. Das Kloster gehört dabei zu vier Klöstern „in Allamannia“, die Abgaben als Unterstützung für Kaiser Ludwig den Frommen erbrachten. Diese Ersterwähnung ist der Feiergrund für unser Jubiläum „1.200 Jahre Feuchtwangen“.


Stadt Feuchtwangen, Kirchplatz 2, 91555 Feuchtwangen
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